Was ein Fiber7-PoP kostet

Unsere Fiber7-Services sind in weiten Teilen der Schweiz verfügbar, aber leider nicht überall. So gerne wir jedem Haushalt Fiber7 anbieten würden – nicht in allen Ortschaften ist der Ausbau machbar. Technische Herausforderungen oder ein zu geringes Marktpotenzial können dazu führen, dass sich die Erschliessung eines Gebiets nicht lohnt. Aufschluss gibt eine Rentabilitätsrechnung.

Damit wir in einem bestimmten Gebiet unsere Fiber7-Services anbieten können, müssen wir die jeweiligen Points of Presence (PoP) mit unserer Hardware ausbauen. Folgende Tabelle zeigt die Rentabilitätsrechnung für einen Beispiel-PoP.

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Einmalige Investitionskosten (CAPEX)

In unserem Beispiel installieren wir im Rahmen der Erstinstallation zwei Switches mit je 48 Kunden-Anschlüssen. Die Kosten für die Machbarkeitsanalyse, die Installation und die Infrastruktur (Racks, Kablage, Chassis etc.) belaufen sich auf CHF 44’500. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Redundanz-Verkabelungen (grau) nicht zwingend bei der Erstinstallation erfolgen müssen. Ohne Redundanzen belaufen sich die Kosten auf CHF 35’500.

Wiederkehrende Betriebskosten (OPEX)

Init7 hat kein eigenes Glasfasernetz. Die Glasfaser-Verbindung zum neuen PoP (Backhaul) müssen wir daher mieten. Je nach dem, wie lang diese Strecke ist, kostet die Miete mehr oder weniger. In unserem Beispiel rechnen wir mit CHF 500 pro Monat. Hinzu kommen Kosten für die Raummiete, die Energieversorgung, Zutrittsberechtigungen usw. Zudem rechnen wir mit einer Amortisation der Investitionskosten innert 60 Monaten (CHF 742 pro Monat). Alles in allem belaufen sich die monatlichen Betriebskosten auf knapp CHF 2’300 (knapp CHF 1’400 ohne Redundanzen).

Kostendeckung

Unseren Kunden verrechnen wir CHF 777 (CHF 64.75 pro Monat) für den Init7-Anschluss. Davon abgezogen werden die Mehrwertsteuer und die Mietkosten für die Glasfasern vom PoP zur OTO-Dose des Endkunden. Übrig bleibt eine monatliche Bruttomarge von CHF 35.12 pro Kunde. Mit redundanten Verkabelungen benötigen wir folglich 64 Kunden, um die direkt mit dem PoP verbundenen Kosten zu decken (Break-Even-Point). Ohne Redundanzen sind die Kosten mit 39 Kunden gedeckt. Weitere Kosten wie Personalaufwand, Büromieten, Marketingaufwand etc. sind hier nicht eingerechnet.

Berechnung des Marktanteils

Um einen Hinweis darauf zu erhalten, wie realistisch es ist, dass im Einzugsgebiet des PoPs mindestens 64 (resp. 39) Kunden gewonnen werden können, berechnen wir den notwendigen Marktanteil. Dazu wird die Anzahl Nutzungseinheiten im Einzugsgebiet benötigt. Als Faustregel gilt: Die Anzahl Einwohner*innen multipliziert mit 0.55 ergibt die Anzahl Nutzungseinheiten. Auf eine Nutzungseinheit kommen also knapp zwei Einwohner*innen. Wird eine Ortschaft durch mehr als einen PoP bedient, muss die Anzahl Einwohner*innen entsprechend reduziert werden. In unserem Beispiel benötigen wir einen Marktanteil von rund 2.2 % (1.3 % ohne Redundanzen), um die einkalkulierten Kosten zu decken.

Nicht jeder PoP rentiert

Scheint der notwendige Marktanteil realistisch, kann der PoP ausgebaut und das Einzugsgebiet mit unseren Fiber7-Services erschlossen werden. Nichtsdestotrotz kommt es manchmal vor, dass ein ausgebauter PoP nicht die notwendige Anzahl Kunden erreicht. Ist die Verlustzone (inkl. Personal- und übriger Aufwände) jedoch einmal überwunden, steigt die Rentabilität relativ steil. Denn da die Amortisationskosten sprungfix sind, d.h. unverändert bleiben, bis neue Infrastruktur installiert werden muss, steigen die monatlichen Fixkosten mit zunehmender Kundenzahl nur bedingt. PoPs mit vielen Kunden können so Gewinneinbussen schlecht rentierender PoPs ausgleichen.

Alternative: No-Fiber7

In Ortschaften, in denen unsere Fiber7-Services (noch) nicht verfügbar sind, bieten wir unsere No-Fiber7-Services an. Der Unterschied zu Fiber7 besteht darin, dass wir im PoP nicht unsere eigene Infrastruktur installieren, sondern ein Vorleistungsprodukt über einen anderen Anbieter beziehen. Erfahren Sie mehr über unsere Angebote.