Unterschiede im Glasfaserausbau: P2P vs. P2MP

Beim Ausbau des Glasfasernetzes wird zwischen den beiden Netztopologien Point-to-Point (P2P) und Point-to-Multipoint (P2MP) differenziert. In diesem Beitrag erklären wir, inwiefern sich die beiden Topologien P2P und P2MP voneinander unterscheiden und weshalb kleinere Internetprovider durch die P2MP-Topologie verdrängt werden.

Der Ausbau des Glasfasernetzes wird in der Schweiz von verschiedenen Netzbetreibern vorgenommen. Dabei wird zwischen den beiden Netztopologien Point-to-Point (P2P) und Point-to-Multipoint (P2MP) unterschieden. Unter einer Netztopologie wird im Zusammenhang mit dem Glasfaserausbau die Struktur verstanden, anhand derer die Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen werden.

Unterschiedliche Nutzung der Glasfaser

Der zentrale Unterschied zwischen P2P und P2MP ist die Nutzung der Glasfaser. In der P2P-Netzstruktur (auch «aktive Zugangstechnologie» genannt) eines Glasfasernetzes erhält jeder Kunde eine eigene Glasfaser. Die Glasfaserkabel führen von den Anschlusszentralen (Point of Presence (PoP)) direkt zu den Glasfaser-Dosen in den Wohnungen. In einer P2MP-Netzstruktur («passive Zugangstechnologie») wird die Glasfaser auf dem ersten Streckenabschnitt als geteiltes Medium für mehrere Kunden genutzt. Erst an einem optischen Splitter im Verteilerkasten erfolgt eine Aufteilung der Signale auf einzelne Kundenanschlüsse.

P2P vs. P2MP; Quelle: FTTH Council Europe, www.ftthcouncil.eu

Vor- und Nachteile

Die P2MP-Topologie ist energieeffizienter und platzsparender als die P2P-Topologie, da weniger Switches (Verteiler) benötigt werden. Die Tatsache, dass sich mehrere Kunden eine Glasfaser teilen, macht allerdings die Einführung neuer Technologien schwieriger, weil Neuerungen stets für mehrere Kunden gleichzeitig erfolgen müssen. Die P2P-Netzstruktur ist dagegen technologieunabhängiger. Da für jeden Kunden vom PoP eine dedizierte Glasfaser bis in die Wohnung führt, können Internetprovider die Glasfaser selbst «betreiben» und diejenige Technologie nutzen, die sie möchten. Im Gegensatz dazu sind Internetprovider bei der P2MP-Topologie von der Technologie abhänig, die das Unternehmen, das den Netzausbau vorgenommen hat, im geteilten Streckenabschnitt einsetzt.

P2MP benachteiligt kleinere Internetprovider

Für Internetprovider mit einem Marktanteil unter 30 % lohnen sich die Installation und der Unterhalt eines Splitters nicht. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Splitter nahe an den Endkunden platziert werden und pro Splitter daher nur eine geringe Anzahl Kunden bedient werden können. Kleinere Internetprovider können den letzten Streckenabschnitt daher aus wirtschaftlichen Gründen kaum selbst betreiben. Stattdessen müssen sie die Dienste des Unternehmens mieten, das den Netzausbau vorgenommen hat. Init7 setzt sich für ein monopolfreies und liberales Internet ein und kämpft daher aktiv gegen den Ausbau mittels P2MP-Netztopologie. Derzeit ist diesbezüglich eine Klage beim Bundesverwaltungsgericht hängig. Mehr Informationen

Welche Topologie kommt an meinem Standort zum Einsatz?

Wenn Sie wissen möchten, nach welcher Netztopologie das Glasfasernetz an Ihrem Standort verbaut ist, können Sie dies mit unserem MaxFix Check herausfinden. Geben Sie Ihre Adresse oder Ihre OTO-ID ein und klicken Sie auf «Prüfen». Aktivieren Sie unten links den Nerdmodus, um die detaillierten Ergebnisse anzuzeigen. Werden die Ergebnisse "eth": false und "xgspon": true angezeigt, ist an Ihrem Standort nur P2MP verfügbar.