von Fredy Künzler
Lesezeit: 4 Minuten
Wenn das WLAN stottert
Für die meisten Haushalte ist WLAN das Mittel der Wahl, um die eigenen Endgeräte mit dem Internet zu verbinden. Die Zahl der Geräte, die pro Haushalt mit dem Internet verbunden sind, steigt unaufhaltsam und damit wachsen auch die Ansprüche, die jeder von uns an das WLAN hat.
WLAN: Fluch und Segen
Unser Support-Team ist dementsprechend immer wieder im Kontakt mit Kunden, die Hilfe benötigen, um diverse WLAN-Probleme zu lösen. Im Laufe der Zeit konnten wir viele Erfahrungen sammeln und haben daraus einige Empfehlungen entwickelt.
Eine Sache muss in Bezug auf das WLAN von Anfang an klar sein: Die Verbindung per WLAN ist immer störungsanfälliger und langsamer als eine Verbindung per LAN-Kabel. An diesem Fakt ist leider nicht zu rütteln.
Ein Ethernet-Kabel ist ein dediziertes Transport-Medium zwischen zwei kommunizierenden Geräten. Im Gegensatz dazu nutzt WLAN die Luft als geteiltes Transport-Medium. Das lässt sich gut mit einer Bar vergleichen: sitzen nur zwei Menschen in einer Bar und unterhalten sich, sprechen sie leise und die Verständigung ist gut.
Füllt sich die Bar jedoch mit Leuten und ein DJ legt Musik auf, beginnen automatisch alle lauter zu sprechen, damit man sich besser versteht. Der Lärmpegel steigt weiter an. Bald schreit man sich an und versteht trotzdem nichts mehr, weil einfach zu viele Teilnehmer das begrenzte Medium der Luft beanspruchen. Der Fachausdruck dafür nennt sich «Signal-to-Noise»-Ratio. Bei WLAN ist es nicht anders: viele Geräte reduzieren die Signalqualität, und Nachbarn, die mit ihren eigenen WLAN-Geräten stören, sind eigentlich wie solche, die mit ihrer Stereoanlage unerwünschte Musik durch die Wände schicken. Es gibt zu viel «Lärm» für ein wohliges WLAN-Erlebnis.
Kabelverbindung für wichtige Geräte
Empfehlung Nummer 1: Geräte, die auf eine durchgehende Verbindung und/oder hohe Geschwindigkeiten angewiesen sind, stets per Ethernet-Kabel mit dem Router verbinden, insbesondere TV-Streaming-Geräte, Spielkonsolen und Gaming-Computer.
Davon abgesehen lassen sich WLAN-Probleme meist in zwei Kategorien einteilen: Probleme mit der Stabilität/Reichweite der Verbindung und Probleme mit der Geschwindigkeit der Verbindung.
7 Tipps für optimalen WLAN-Empfang
1. Den Router geschickt positionieren: Sicherstellen, dass der Router in der Mitte des Hauses oder Büros platziert ist. Dadurch wird die Signalabdeckung optimiert und die Stabilität verbessert.
2. Hindernisse entfernen: Den Router an einem Ort platzieren, der von physischen Hindernissen wie Wänden, Möbeln oder elektronischen Geräten möglichst frei ist. Diese Hindernisse können das WLAN-Signal schwächen. Kurz gesagt: Freie Sicht sorgt für guten Empfang. Je nach Wand ist der Effekt unterschiedlich: Eine simple Gipswand stört den Empfang kaum, während eine mit Stahl armierte Betonwand für das WLAN-Signal praktisch undurchdringlich ist. Es tritt der physikalische Effekt des faradayschen Käfigs ein.
3. Einen WLAN-Repeater verwenden: Ein WLAN-Verstärker oder Repeater hilft, das WLAN-Signal zu optimieren und die Reichweite zu erweitern, insbesondere in grösseren Häusern oder Büros. Für unsere Easy7-Kunden empfehlen wir einen oder mehrere FRITZ!Repeater 3000 AX von AVM. Dieses Gerät lässt sich sehr einfach mit der FRITZ!Box 5530 verbinden.
4. Moderne WLAN-Standards verwenden: Der Router und die anderen Geräte sollten die neuesten WLAN-Standards wie 802.11ac oder 802.11ax unterstützen. Diese Standards bieten höhere Geschwindigkeiten und verbesserte Leistung im Vergleich zu älteren Standards. Es empfiehlt sich, WLAN-Geräte früherer Generationen ausser Betrieb zu nehmen.
5. Das WLAN-Band überprüfen: Der Router kann sowohl 2,4-GHz als auch 5-GHz-WLAN-Frequenzbänder unterstützen. In Mehrfamilienhäusern ist das 2,4- GHz-Band häufig sehr gestört, weil jeder Nachbar unkoordinierte WLAN-Geräte in Betrieb hat. Manchmal hilft es, das 2,4-GHz-Band abzuschalten, sofern ihre Geräte auch mit dem 5-GHz-Band umgehen können. Dieses ist weniger störungsanfällig und ist damit schneller, jedoch ist die Reichweite gegenüber dem 2,4-GHz-Band kleiner, was aber in Umgebung mit hoher WLAN-Dichte vorteilhaft sein kann.
6. Die Geschwindigkeit überprüfen: Mit dem Speedtest die Kabelverbindung mit WLAN vergleichen. Ist der Unterschied signifikant, liegt die Ursache der mangelnden WLAN-Performance meistens an den örtlichen Gegebenheiten.
7. Die FRITZ!-WLAN-App von AVM kann bei der Diagnose hilfreich sein. Sie ist für iPhone und Android verfügbar und hilft bei der Verwaltung von FRITZ!-WLAN-Repeatern.