{"id":4533,"date":"2026-02-27T10:12:51","date_gmt":"2026-02-27T09:12:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.init7.net\/?p=4533"},"modified":"2026-03-02T09:14:51","modified_gmt":"2026-03-02T08:14:51","slug":"die-oekonomie-der-telekommunikationsindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/die-oekonomie-der-telekommunikationsindustrie\/","title":{"rendered":"Die \u00d6konomie der Telekommunikations-industrie"},"content":{"rendered":"<section id=\"res-cat-date-block_4553a380ae72a47fc367eb74d2660ef1\" class=\"res-block res-cat-date py-4\" style=\"background: transparent;\">&#13;\n\t<div class=\"inner-container container-off\">&#13;\n&#13;\n\t\t<div class=\"the_category_content\">&#13;\n\t\t\t<div class=\"the_category\"><ul class=\"post-categories\">\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/allgemein\/\" rel=\"category tag\">Allgemein<\/a><\/li>\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/init7\/\" rel=\"category tag\">Init7<\/a><\/li>\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/markt-politik\/\" rel=\"category tag\">Markt &amp; Politik<\/a><\/li>\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/tipps-tricks-tests\/\" rel=\"category tag\">Tipps, Tricks &amp; Tests<\/a><\/li><\/ul><\/div> <span class=\"d-none d-sm-block\">|<\/span> <div class=\"the_date\">27.02.2026<\/div><div class=\"the_change_date ml-sm-auto\">zuletzt aktualisiert am 02.03.2026<\/div>&#13;\n&#13;\n\t<\/div>&#13;\n\t  &#13;\n\t<\/div>&#13;\n<\/section>\n\n\n<p>von Fredy K&#xFC;nzler<br><br>Lesezeit: 10 Minuten<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><br><strong>Die &#xD6;konomie der Telekommunikationsindustrie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><br><strong>&#xAB;Ein Internetprovider muss sein Netz nur so gut dimensionieren, dass kein Kunde je den Support anruft.&#xBB;<\/strong> Dieses Zitat wird dem bekannten deutschen Blogger Felix von Leitner (alias FeFe) zugeschrieben, der sich bis im Fr&#xFC;hling 2025 regelm&#xE4;ssig zu Internet-Themen &#xE4;usserte und dabei nicht mit Kritik an der Telekommunikationsindustrie sparte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kostenoptimierung<\/h3>\n\n\n\n<p>Tats&#xE4;chlich gibt es f&#xFC;r Internetprovider einige &#xF6;konomische Prinzipien zur Kostenoptimierung, die allerdings h&#xE4;ufig zu Lasten der eigenen Kundschaft gehen. &#xDC;ber <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wie-ein-internet-provider-seinen-datenverkehr-steuert\/\">Overbooking der Bandbreite im Backbone<\/a> sowie der <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/overbooking-wie-provider-die-bandbreite-aufteilen\/\">Anschl&#xFC;sse auf Access-Ebene<\/a> haben wir im Blog bereits geschrieben. Ebenso thematisiert wurden der <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/to-peer-or-not-to-peer-kartelle-im-internet\/\">Missbrauch von Marktposition<\/a> und die Bem&#xFC;hungen der europ&#xE4;ischen Ex-Monopolisten, f&#xFC;r Glasfaser-Ausbauten die <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/alles-nur-nicht-fair-die-fair-share-initiative\/\">Content-Industrie zahlen<\/a> zu lassen. Letztlich geht es immer um dasselbe: Die Rendite steigern und m&#xF6;glichst viel Gewinn abzusch&#xF6;pfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei kommen s&#xE4;mtliche legalen und auch einige illegale Methoden zum Einsatz. <strong>Letztere erreichten ihren traurigen H&#xF6;hepunkt im sogenannten <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/die-glasfaserstreit-geschichte\/\">Glasfaserstreit<\/a>.<\/strong> Doch als regelm&#xE4;ssige Leserinnen und Leser dieses Blogs ist Ihnen das nat&#xFC;rlich l&#xE4;ngst bekannt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freier Markt und Regulierung im Vorleistungsmarkt<\/h3>\n\n\n\n<p>Selbstverst&#xE4;ndlich wollen wir hier nicht die &#xF6;konomischen Prinzipien grunds&#xE4;tzlich schlecht reden. Ein funktionierender Markt verlangt von allen Anbietern mehr Anstrengung, was in g&#xFC;nstigeren Preisen und besseren Produkten resultiert. Dies hat der Gesetzgeber erkannt und m&#xF6;chte deshalb maximalen Wettbewerb unter den Telekommunikations-Anbietern. Die freisinnige Doktrin &#xAB;der Markt regelt alles&#xBB; gilt zumindest bei Breitbandanschl&#xFC;ssen f&#xFC;r Privatkunden in urbanen Gebieten der Schweiz ziemlich gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Davon zu unterscheiden ist der <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/der-internet-vorleistungsmarkt-der-schweiz\/\">Vorleistungsmarkt<\/a>, den wir auch schon detailliert betrachtet haben. Denn dieser erfordert zwangsl&#xE4;ufig eine Regulierung. <strong>Wenn der Wettbewerb im Endkundenmarkt maximal spielen soll, brauchen alle Wettbewerbsteilnehmer gleiche und faire Bedingungen. <\/strong>Nur sind diese fairen Bedingungen historisch bedingt nicht gegeben: Die Ex-Monopolistin Swisscom entstand aus der damaligen PTT (Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe), die bis 1998 allein f&#xFC;r Telekommunikation-Dienstleistungen zust&#xE4;ndig war. Man konnte nur via PTT telefonieren, das Internet war damals noch in den Kinderschuhen. Aus diesem Grund schuf der Gesetzgeber eine Telekom-Regulation und erlegte der Ex-Monopolistin entsprechende Auflagen, sodass die neu in den Markt eintretende Konkurrenz, welche kein umfassendes PTT-Netz &#xAB;erben&#xBB; konnte und bei Null beginnen musste, &#xFC;berhaupt eine M&#xF6;glichkeit zu &#xFC;berleben hatte. Der riesige Vorsprung der Ex-Monopolistin bleibt dennoch in Erinnerung: Damals, in der Zeit um die Jahrtausendwende, als die damalige Diax (heute Sunrise) ihre ersten Mobilfunkmasten aufstellte und versuchte, ersten Kunden erschwingliche Mobiltelefonie zu erm&#xF6;glichen. Doch die meisten spotteten haupts&#xE4;chlich &#xFC;ber die Diax-Funkl&#xF6;cher. Der Gesetzgeber hatte es vers&#xE4;umt, die Ex-Monopolistin mit ihrem bereits relativ gut ausgebauten Mobilfunknetz zu einem nationalen Roaming zu verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann nicht beides haben: &#xAB;Der Markt regelt alles&#xBB; bei der Vorleistung und maximaler Wettbewerb f&#xFC;r die Endkunden. Doch leider haben nicht alle Mitglieder unserer Legislative in Bern dieses Prinzip begriffen, was sich bei der Debatte &#xFC;ber das Fernmeldegesetz in den Jahren 2017 bis 2019 nur zu gut zeigte. Sachfremde Argumente geh&#xF6;rten beinahe schon zum &#xAB;guten Ton&#xBB; &#x2013; bis hin zu &#xAB;die Swisscom ist eine gute Firma, denn sie sponsere viele Sportveranstaltungen&#xBB;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Bund: gleichzeitig Aktion&#xE4;r und Aufseher<\/h3>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt der latente Interessenskonflikt von Legislative und Exekutive der Schweiz. <strong>Der Bund h&#xE4;lt 51% der Aktien und ist damit Mehrheitsbesitzer von Swisscom.<\/strong> Der Bundesrat, der eigentlich die Aufsicht &#xFC;ber die Swisscom wahrnehmen sollte, &#xFC;bt sich in Laisser-Faire. Zudem w&#xE4;hlt er die offiziell &#xAB;unabh&#xE4;ngige&#xBB; Regulationsbeh&#xF6;rde ComCom und kontrolliert auch das Bundesamt f&#xFC;r Kommunikation BAKOM. Bundesrat und Parlament haben ein vitales Interesse, dass die j&#xE4;hrliche Dividende von Swisscom zuverl&#xE4;ssig in die Bundeskasse fliesst. Sie summierte im Jahr 2025 auf nicht weniger als CHF 581 Millionen oder CHF 22 pro Aktie. Dass jede versuchte Schm&#xE4;lerung dieser Einnahmen f&#xFC;r die Bundeskasse einem politischen Selbstmord gleichk&#xE4;me, verwundert wenig. Bundesbern verh&#xE4;lt sich deshalb genau gleich wie jeder andere Aktion&#xE4;r der Swisscom: Es geht um die zuverl&#xE4;ssig wiederkehrende Rendite und nicht um gesamtwirtschaftlichen Interessen, die von einem fairen Telekommunikationswettbewerb profitieren w&#xFC;rden.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit soll selbstverst&#xE4;ndlich nicht gesagt sein, dass die alternativen Telekommunikations-Dienstleister ihre Chancen nicht genutzt h&#xE4;tten. Im Gegenteil: Man stelle sich vor, es w&#xFC;rde heute immer noch ein PTT-Monopol geben! Wir w&#xFC;rden uns nach wie vor mit ADSL-Speed rumschlagen. Die wenigen, die Glasfaser h&#xE4;tten, w&#xFC;rden jeden Monat ein Verm&#xF6;gen daf&#xFC;r ausgeben und jedes SMS w&#xFC;rde 20 Rappen kosten &#x2013; WhatsApp &amp; Co. w&#xE4;ren ausgesperrt und verboten. Tats&#xE4;chlich kann man heute Internet-Abos mit nominal 10 <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Gbit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_eb3b2d432a66becbb784d79ccf3aac80\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/gigabit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Gbit<\/a>\/s f&#xFC;r unter CHF 40 pro Monat kaufen. Zumindest in urbanen Gebieten. Das ist wesentlich mehr Geschwindigkeit f&#xFC;r wesentlich weniger Geld.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr Dividende trotz schrumpfender Ums&#xE4;tze<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Vor diesem Hintergrund &#xFC;berrascht es kaum, dass sowohl Swisscom wie auch die Nummer zwei im Land, Sunrise, f&#xFC;rs das vergangene Gesch&#xE4;ftsjahr r&#xFC;ckl&#xE4;ufige Ums&#xE4;tze vermelden mussten.<\/strong> Swisscom beziffert im Schweizer Gesch&#xE4;ft einen R&#xFC;ckgang von 2,3%; Sunrise nennt 1,1% Abnahme. Oder anders gesagt: Die goldenen Jahre der Telekombranche sind vorbei und wer Umsatz und Gewinn halten kann, darf sich gl&#xFC;cklich sch&#xE4;tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem hat die F&#xFC;hrung von Swisscom bereits vor Jahresfrist ihren Aktion&#xE4;ren angek&#xFC;ndigt, eine h&#xF6;here Dividende von CHF 26 f&#xFC;r dieses Jahr auszusch&#xFC;tten. F&#xFC;r 2027 lautet das Versprechen CHF 27. F&#xFC;r 2028 gibt es noch kein Versprechen &#x2013; aber wenn die Reihe nicht fortgesetzt wird, w&#xE4;re es eine Entt&#xE4;uschung. Warum sich das Swisscom-Management so selber in die Bredouille bringt, ist schwer nachvollziehbar. Vermutlich geht man von einer kurzen Halbwertszeit der Chefs aus und der Bonus stimmt ja, zumindest kurzfristig betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sparen beim Service<\/h3>\n\n\n\n<p>Folglich muss also gespart werden, denn Rendite gleich Einnahmen minus Ausgaben. Erstere lassen sich kaum mehr steigern, also m&#xFC;ssen letztere runter. <strong>Man stellt Leute auf die Strasse, vorzugsweise jene teuren &#xDC;55 &#x2013; auf Kosten von Arbeitsklima und Stimmung.<\/strong> Man dr&#xFC;ckt die Preise der Zulieferer. Man verzichtet auf notwendige Upgrades und <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Redundanz\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_aee1ac1b0e67e960459c847a89372046\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/redundanz\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Redundanzen<\/a>, selbst dann, wenn die Notrufnetze aufgrund eines Single Point of Failure jederzeit ausfallen k&#xF6;nnen. Der Serviceabbau erfolgt schleichend. Meistens &#xAB;funktioniert&#xBB; es ja.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wenigen Kundinnen und Kunden, welche die Hotline anrufen und sich beschweren, zerm&#xFC;rbt man mit endloser Warteschlaufe und stellt sie schliesslich durch zu einem Callcenter-Agent in einem Billiglohn-Land. Fr&#xFC;her war das der Kanton Thurgau mit einer unterbezahlten 19-J&#xE4;hrigen namens <a href=\"https:\/\/www.inside-it.ch\/post\/fredys-internet-protocol-samantha-buenzli-20131219\">Samantha B&#xFC;nzli in einem Callcenter<\/a> an der Grenze zu Deutschland. Heute wohnt Samantha aber in der T&#xFC;rkei oder im Kosovo, verdient keine 1000&#x20AC; pro Monat und ist kaum mehr einer Landessprache m&#xE4;chtig, geschweige einem hiesigen Dialekt. Und morgen redet man nur noch mit einer KI-Callcenter-Software, denn die echten Menschen werden wegrationalisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Kundinnen und Kunden, die von solchen Gesch&#xE4;ftspraktiken genug haben, versucht man mit allen Regeln der Kunst von der K&#xFC;ndigung abzuhalten, indem diese per Einschreibebrief nicht mehr akzeptiert wird. Will man k&#xFC;ndigen, muss man sich durch die endlose telefonische Warteschlaufe qu&#xE4;len, um sich dann von einem Callcenter-Agent mit einem Sonderangebot einlullen zu lassen. Der Fachbegriff daf&#xFC;r nennt sich &#xAB;Customer Retention&#xBB;. <strong>Der Ruf der Telekommunikationsindustrie in der Schweiz, nein weltweit, ist ziemlich am Boden und dies seit Jahren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es geht nur noch um Rendite. Aktion&#xE4;re und Management haben Dividenden- oder Boni-Erwartungen, die befriedigt werden m&#xFC;ssen. Als Kunde ist man schon lange nicht mehr Kunde, sondern Nettozahler. Relevant ist nur der ARPU, der &#xAB;average revenue per user&#xBB; und der <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/wirtschaft\/sunrise-boersengang-sunrise-chef-erhaelt-bis-zu-15-4-millionen-franken-gehalt\">Lohn des CEO<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daf&#xFC;r nimmt man auch gelegentlich einen Shitstorm in Kauf,<\/strong> wenn landesweit das <a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/wirtschaft\/tausende-meldungen-swisscom-tv-zickt-stoerung-zur-besten-sendezeit-id21656478.html\">TV zur Primetime nicht funktioniert<\/a> oder eine parlamentarische Anfrage, wenn die <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/nach-swisscom-panne-saemtliche-notrufnummern-wieder-erreichbar\">Notrufnetze ausfallen<\/a>. Oder &#xFC;beraus fragw&#xFC;rdige Verkaufspraktiken, wie sie vor kurzem der SRF Kassensturz im Zusammenhang mit dem <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/kassensturz-espresso\/kassensturz\/skrupellose-verkaufsmasche-salt-verkaeufer-nutzen-schamlos-ahnungslose-senioren-aus\">Salt Flagship Store in Bern<\/a> aufdeckte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gesch&#xE4;ftsmodell Telekom<\/h3>\n\n\n\n<p>Dabei w&#xE4;re es so einfach. Die Telekommunikations-Industrie basiert auf einem Abonnements-Modell. Ein Kunde abonniert eine Dienstleistung bis auf Widerruf und bezahlt jeden Monat einen fixen Betrag. <strong>Als Anbieter kann man zuk&#xFC;nftige Einnahmen langfristig bis auf wenige Prozent genau prognostizieren.<\/strong> Ebenso sind die Ausgaben sehr gut planbar. Auch gegen kurzfristige Trends ist ein Internetprovider ziemlich resilient &#x2013; ob die Kunden Reels lieber auf TikTok oder auf Instagram schauen, spielt keine Rolle. Ein tauglicher Internetanschluss ist heute unverzichtbar. Hinzu kommt die Skalierbarkeit: Eine Verdoppelung der Kundenzahl und damit der Einnahmen f&#xFC;hrt nicht automatisch zu einer Verdoppelung der Kosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Fakten befl&#xFC;geln die Erwartungen der Investoren. Man ist nie zufrieden mit der letztj&#xE4;hrigen Rendite. F&#xFC;r &#xAB;mehr&#xBB; sind jegliche Tricks &#xAB;ok&#xBB;. Lockangebote im ersten Jahr, gefolgt von deutlichen Preiserh&#xF6;hungen im zweiten. &#xAB;Mach ein Abo und wir schenken Dir einen Fernseher (selbstverst&#xE4;ndlich aus dem Restposten-Bestand vom vorletzten Jahr) dazu!&#xBB;. <strong>&#xAB;Lebenslanger Rabatt!&#xBB;, nat&#xFC;rlich nur f&#xFC;r Neukunden.<\/strong> Manchmal ist es wirklich zum fremdsch&#xE4;men, welche Tricks sich Produktverantwortliche der Industrie ausdenken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die CHF 1.90 Rechnung<\/h3>\n\n\n\n<p>Im ersten Quartal 2026 hat die Rendite-Gier eine neue Dimension erreicht. <strong>Swisscom hat angek&#xFC;ndigt, dass alle Mobilfunk- und Breitbandabonnemente um CHF 1.90 pro Monat verteuert werden.<\/strong> Die meisten Kunden denken vermutlich &#xAB;j&#xE4; nu&#xBB;, das Leben wird halt teurer und ein Stutz 90 ist ja nicht die Welt. Doch wenn man kurz rechnet, dann sieht man die Szenarien, die sich das Swisscom-Management &#xFC;berlegt hat. CHF 1.90 entspricht CHF 22.80 pro Jahr. Nimmt man an, dass von der Erh&#xF6;hung 7 Millionen Abonnemente betroffen sind (konservative Sch&#xE4;tzung), betr&#xE4;gt der Mehrertrag CHF 159,6 Mio pro Jahr. Nat&#xFC;rlich hat man etwas &#xAB;Churn&#xBB; (Kundenverluste aufgrund von K&#xFC;ndigungen) einkalkuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der Annahme, dass die 7 Millionen Abos durchschnittlich CHF 50 pro Monat kosten, betr&#xE4;gt der Gesamtertrag CHF 4,2 Milliarden pro Jahr. Steigt nun der Preis um CHF 1.90 pro Monat, erh&#xF6;ht sich der Gesamtertrag auf CHF 4,359 Milliarden. Nat&#xFC;rlich gibt es Erfahrungswerte beim Kundenverlust &#x2013; <strong>wenn man also annimmt, dass 2% der Kunden k&#xFC;ndigen, lohnt es sich trotzdem noch.<\/strong> Die verbleibenden 6,86 Millionen Kunden zahlen n&#xE4;mlich immer noch CHF 4,272 Millionen in die Kasse. 2% weniger Kunden bedeuten aber auch 2% weniger Support-Personal, <strong>aber CHF 72 Millionen mehr Gewinn.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F&#xFC;r die preisbewusste Kundschaft unterhalten alle grossen Anbieter Zweit- und Drittmarken, sogenannte Flanker Brands. Bei Swisscom ist es Wingo, bei Sunrise Yallo, CHmobile und Lebara, bei SALT GoMo. Die Aufz&#xE4;hlung entbehrt nat&#xFC;rlich jeder Vollst&#xE4;ndigkeit. Dies erm&#xF6;glicht es, die Preise der &#xAB;Premium-Marke&#xBB; hoch zu halten. Ist ein Kunde nicht mehr zufrieden, kann man ihn zur Zweitmarke verlagern. Das ist immer noch besser, als ihn an die Konkurrenz zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere beliebte M&#xF6;glichkeit zu Renditeoptimierung sind alte Abo-Modelle. Wenn ein Kunde jahrelang auf einem alten Mobilfunk-Tarif bleibt, den es l&#xE4;ngst nicht mehr neu zu kaufen gibt, weil er nicht mehr konkurrenzf&#xE4;hig w&#xE4;re, dann &#xFC;berzahlt der Kunde Monat f&#xFC;r Monat. Mit der durch Swisscom angek&#xFC;ndigten Preiserh&#xF6;hung von CHF 1.90 pro Monat wurde eine Liste der betroffenen Abo-Typen ver&#xF6;ffentlicht. Bei der Mobiltelefonie sind es nicht weniger als 62 verschiedene Abo-Tarife mit Kundenvertr&#xE4;gen, die pauschal erh&#xF6;ht werden. Dazu geh&#xF6;rt beispielsweise auch das Abo namens <strong>&#xAB;NATEL&#xAE; infinity 2.0 XL&#xBB; f&#xFC;r satte CHF 199.00 pro Monat<\/strong>, das neu CHF 200.90 kostet (<a href=\"https:\/\/www.swisscom.ch\/de\/privatkunden\/preisinfo.html\">Quelle: Swisscom<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Breitband-Bereich ist die &#xD6;konomie etwas anders gelagert. Wie bereits erw&#xE4;hnt skaliert das Ertragsmodell relativ gut. Einerseits bleiben die laufenden Grundkosten pro Glasfaser-Pop &#xE4;hnlich hoch, egal ob 50 oder 200 Kunden angeschlossen sind. <strong>Andererseits sind die Produktionskosten pro Anschluss identisch, egal ob das Breitband-Angebot 10Mbit\/s oder 10Gbit\/s Bandbreite beinhaltet.<\/strong> Es gibt daher keinen sachlichen Grund, f&#xFC;r ersteren CHF 39 und letzteren CHF 89 zu verrechnen. Die Abstufung nach Bandbreite und Preis dient einzig daf&#xFC;r, die Zahlungsbereitschaft mancher Kundensegmente abzusch&#xF6;pfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Init7 machts anders<\/h3>\n\n\n\n<p>Init7 hat bereits 2014 von der Bandbreiten-Limitierung Abschied genommen und Fiber7 seinerzeit f&#xFC;r erschwingliche CHF 777 pro Jahr oder CHF 64.75 pro Monat lanciert. 1 Gigabit symmetrische Bandbreite war damals das technische Limit. <strong>Der Preis ist auch nach zw&#xF6;lf Jahren immer noch unver&#xE4;ndert<\/strong>, w&#xE4;hrend die erneuerte Infrastruktur 10 und 25 Gigabit Bandbreite erlaubt, wovon alle Fiber7 Bestandskunden profitieren k&#xF6;nnen. Wir wurden &#xF6;fters gefragt, warum wir f&#xFC;r 25 <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Gbit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_eb3b2d432a66becbb784d79ccf3aac80\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/gigabit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Gigabit<\/a> nicht mehr Geld verlangten, denn viele Kunden w&#xFC;rden gerne mehr zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Grund ist simpel:<\/strong> Es geht und ging uns nie ausschliesslich um die Rendite. ARPU ist f&#xFC;r uns sekund&#xE4;r. Wir sind der &#xDC;berzeugung, dass es m&#xF6;glich ist, einen Kontrapunkt zu den Praktiken der &#xAB;Grossen&#xBB; zu setzen. &#xAB;Internet ohne kaputt&#xBB; ist unser Berufsstolz. Dazu geh&#xF6;ren ganz viele Aspekte, nicht nur die nominal h&#xF6;chste Bandbreite. <strong>Wir verzichten bewusst auf kurzfristige Aktionen wie Blackfriday-Rabatte, die sich f&#xFC;r jeden langj&#xE4;hrigen Bestandskunden wie eine Ohrfeige anf&#xFC;hlt.<\/strong> Bei uns arbeiten alle Mitarbeiter:innen in Winterthur oder im Homeoffice in Pendeldistanz und nicht in einem Billiglohn-Land. Es ist unser Anspruch, unsere Kunden nicht stundenlang in der Hotline-Warteschlaufe h&#xE4;ngen zu lassen. Wir verkaufen nur Produkte und Dienstleistungen, von denen wir selber &#xFC;berzeugt sind. Wir betreiben eine eigene schweizweite Infrastruktur mit inzwischen &#xFC;ber 400 Glasfaser-PoPs, weil reines Reselling vorkonfektionierter Produkte nicht unserem Qualit&#xE4;tsanspruch gen&#xFC;gt. Unsere Aktion&#xE4;re sind aus Leidenschaft dabei und haben seit weit mehr als einer Dekade keinen Rappen Dividende erhalten, denn unsere Gewinne werden fortlaufend reinvestiert. Wir sind mit dem Glasfaserstreit durch die Instanzen gegangen, damit die Wettbewerbsbedingungen der Telekommunikationsindustrie es erm&#xF6;glichen, dass alle Menschen in der Schweiz eine echte Auswahl ihres Internetproviders haben und nicht nur dasselbe Produkt in einer anderen Verpackung f&#xFC;r ein paar Rappen mehr oder weniger kaufen k&#xF6;nnen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Doch auch wir sind nicht perfekt und kochen nur mit Wasser. <\/strong>Manchmal geht es schief. Bei den Google-Bewertungen erhalten wir fast immer eine 5 oder manchmal eine 1. Kaum Grauzonen dazwischen und ja, selbstverst&#xE4;ndlich versuchen wir die Einsen nach Kr&#xE4;ften zu vermeiden. Wir haben auch nicht den Anspruch, f&#xFC;r alle und jeden das perfekte Produkt zu haben. Manche Menschen sind bei einem regionalen Anbieter mit Support vor Ort besser aufgehoben. Das ist ok. <strong>Jeder w&#xE4;hlt seinen Provider freiwillig.<\/strong> Aber, dass inzwischen fast alle eine Wahl haben, ist auch unser Verdienst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Kunde hat mal gesagt, bei Init7 g&#xE4;be es &#xAB;Bio-Internet&#xBB;. Ob dies tats&#xE4;chlich so ist, lassen wir offen. Aber eins ist sicher: Init7 Internet, made with &#x2764;&#xFE0F; in Winti.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wettbewerb, Regulierung und Rendite: Wie tickt die Telekommunikationsindustrie wirklich? 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