{"id":4385,"date":"2025-12-17T17:15:28","date_gmt":"2025-12-17T16:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.init7.net\/?p=4385"},"modified":"2025-12-18T18:53:41","modified_gmt":"2025-12-18T17:53:41","slug":"ftth-glasfaserbau-aus-sicht-der-liegenschaftsbesitzerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/ftth-glasfaserbau-aus-sicht-der-liegenschaftsbesitzerinnen\/","title":{"rendered":"FTTH-Glasfaserbau aus Sicht der Liegenschaften-besitzer:innen"},"content":{"rendered":"<section id=\"res-cat-date-block_e7c9d5e6d5c784982904617c0058b6f9\" class=\"res-block res-cat-date py-4\" style=\"background: transparent;\">&#13;\n\t<div class=\"inner-container container-off\">&#13;\n&#13;\n\t\t<div class=\"the_category_content\">&#13;\n\t\t\t<div class=\"the_category\"><ul class=\"post-categories\">\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/allgemein\/\" rel=\"category tag\">Allgemein<\/a><\/li>\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/technik\/\" rel=\"category tag\">Technik<\/a><\/li><\/ul><\/div> <span class=\"d-none d-sm-block\">|<\/span> <div class=\"the_date\">17.12.2025<\/div><div class=\"the_change_date ml-sm-auto\">zuletzt aktualisiert am 18.12.2025<\/div>&#13;\n&#13;\n\t<\/div>&#13;\n\t  &#13;\n\t<\/div>&#13;\n<\/section>\n\n\n<p>von Fredy K&#xFC;nzler<br><br>Lesezeit: 9 Minuten<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">FTTH-Glasfaserbau aus Sicht der Liegenschaftenbesitzer:innen<\/h2>\n\n\n\n<p>Seit inzwischen &#xFC;ber 15 Jahren werden in der Schweiz Wohn- und Gesch&#xE4;ftsh&#xE4;user mit FTTH-Glasfaser erschlossen, und mittlerweile &#x2013; nach anf&#xE4;nglicher Skepsis bei manchen Eigent&#xFC;mer:innen &#x2013; hat sich die generelle &#xDC;berzeugung durchgesetzt, dass <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: FTTH\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_2a437c37521c272a045b4efa48344745\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/ftth\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">FTTH<\/a> f&#xFC;r Mieter:innen kein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit ist. Eine Liegenschaft mit FTTH ist schlicht mehr wert als eine ohne.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es ist noch nicht lange her, da waren Mieter:innen auf den Goodwill ihres &#xAB;Landlords&#xBB; angewiesen. Erst mit dem neuen <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1997\/2187_2187_2187\/de\">Fernmeldegesetz (FMG)<\/a> hat sich die Situation ge&#xE4;ndert &#x2013; wir haben 2021 in unserem Blog &#xFC;ber die neue Rechtslage berichtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Artikel 35 FMG verpflichtet Liegenschaftenbesitzer:innen<\/h3>\n\n\n\n<p>Relevant f&#xFC;r private wie institutionelle Liegenschaftenbesitzer:innen sind im neuen FMG insbesondere die Artikel 35a Absatz 1 und Artikel 35b.<\/p>\n\n\n\n<p>Art. 35a Absatz 1 verlangt die Duldung von verschiedenen FDA (Fernmeldedienstanbieter:innen), auch Internetprovider genannt.<\/p>\n\n\n\n<p><sup><em>1<\/em><\/sup><em> Liegenschaftseigent&#xFC;merinnen und -eigent&#xFC;mer m&#xFC;ssen, soweit zumutbar, nebst dem Anschluss ihrer Wahl weitere Anschl&#xFC;sse bis in die Wohnungen oder die Gesch&#xE4;ftsr&#xE4;ume dulden, wenn eine Anbieterin von Fernmeldediensten dies verlangt und die Kosten daf&#xFC;r &#xFC;bernimmt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Art. 35b hingegen regelt das Mitbenutzungsrecht von Verkabelungen innerhalb des Geb&#xE4;udes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><em><sup>1<\/sup> Jede Anbieterin von Fernmeldediensten hat das Recht auf Zugang zum Geb&#xE4;udeeinf&#xFC;hrungspunkt und auf Mitbenutzung der f&#xFC;r die fernmeldetechnische &#xDC;bertragung bestimmten geb&#xE4;udeinternen Anlagen, soweit dies technisch vertretbar ist und keine anderen wichtigen Gr&#xFC;nde f&#xFC;r eine Verweigerung vorliegen.<\/em><br><em><br><sup>2<\/sup> Liegenschaftseigent&#xFC;merinnen und -eigent&#xFC;mer sowie Anbieterinnen von Fernmeldediensten haben die Mitbenutzung der geb&#xE4;udeinternen Anlagen auf transparente und nicht diskriminierende Weise zu gew&#xE4;hren.<\/em><br><em><br><sup>3<\/sup> Die Liegenschaftseigent&#xFC;merinnen und -eigent&#xFC;mer stellen den Anbieterinnen auf Anfrage die erforderlichen Informationen zu den geb&#xE4;udeinternen Anlagen zur Verf&#xFC;gung.<\/em><br><em><br><sup>4<\/sup> Anbieterinnen, die eine Anlage finanziert haben, sind angemessen zu entsch&#xE4;digen.<\/em><br><em><br><sup>5<\/sup> Die ComCom entscheidet &#xFC;ber Streitigkeiten zwischen Anbieterinnen von Fernmeldediensten betreffend den Zugang zum Geb&#xE4;udeeinf&#xFC;hrungspunkt oder die Bedingungen der Mitbenutzung auf Gesuch hin. Artikel 11b gilt sinngem&#xE4;ss.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liegenschaftenbesitzer:innen sind also in der Pflicht. Sie m&#xFC;ssen allen Telekommunikationsanbieterinnen Zugang gew&#xE4;hren und d&#xFC;rfen nicht diskriminieren. Der Gesetzgeber will dadurch den Telekommunikationswettbewerb sicherstellen, damit niemand ein Monopol in einem Marktgebiet (Dorf, Quartier etc.) errichten kann. Die Auswahl f&#xFC;r die Endkund:innen soll unabh&#xE4;ngig von ihren Vermieter:innen gew&#xE4;hrleistet sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Monopol oder eine Marktbeherrschung bezieht sich dabei aus juristischer Sicht stets auf einen bestimmten Markt. Man spricht dabei von Marktabgrenzung. Der sachlich relevante Markt kann dabei sehr klein sein und sich beispielsweise auf ein einzelnes Geb&#xE4;ude beziehen.<br>Vielerorts werden die Geb&#xE4;ude nur durch einen sogenannten Netzbetreiber (Ersteller von FTTH-Glasfaser) erschlossen, der &#xFC;brigens anhand der auf der Glasfaserdose angebrachten Beschriftung (OTO-ID) identifiziert werden kann. Mehr dazu im Blogartikel <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/die-systematik-hinter-der-oto-id\/\">&#xAB;Die Systematik hinter der OTO-ID&#xBB;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der unsinnige &#xDC;berbau<\/h3>\n\n\n\n<p>An einigen Orten in der Schweiz gibt es einen &#xAB;&#xDC;berbau&#xBB;. So nennt man die Situation, wenn konkurrierende Netzbetreiber Geb&#xE4;ude und Wohnungen doppelt erschliessen. Zwei OTOs mit jeweils vier Fasern in einer Wohnung, obwohl kaum jemand mehr als einen Service abonniert. Dass der &#xAB;&#xDC;berbau&#xBB; volkswirtschaftlich unsinnig ist, Ressourcen verschwendet und finanziell selten interessant ist, dar&#xFC;ber ist man sich in der Branche weitgehend einig. Allerdings l&#xE4;uft aufgrund der ungenauen Formulierung in Artikel 35b des FMG seit einiger Zeit ein juristisches Verfahren &#xFC;ber die genaue Auslegung. Absatz 2 regelt n&#xE4;mlich die vom Gesetzesartikel betroffenen Kreise:<\/p>\n\n\n\n<p><em><sup>2<\/sup> Liegenschaftseigent&#xFC;merinnen und -eigent&#xFC;mer sowie Anbieterinnen von Fernmeldediensten haben die Mitbenutzung [&#x2026;] zu gew&#xE4;hren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Gesetzgeber nimmt also Eigent&#xFC;merinnen und Internetprovider in die Pflicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In einigen Marktgebieten der Schweiz, namentlich Ascona, Baden, Chiasso, Massagno, Morges, Pully, Siggenthal und Wettingen, ist die private <a href=\"https:\/\/www.swiss4net.ch\/\">Swiss4Net<\/a>-Gruppe t&#xE4;tig und erschliesst Tausende von Haushalten mit FTTH. Swisscom ihrerseits will diese doch eher urbanen Gebiete nicht kampflos der Konkurrenz &#xFC;berlassen und erschliesst deshalb ebenfalls diese Orte. Das f&#xFC;hrt zwangsl&#xE4;ufig zu Doppelspurigkeiten, gut sichtbar auf unserer FTTH-Karte am Beispiel von Wettingen (Rot: Swisscom und Swisscom\/Swiss4Net verf&#xFC;gbar, Gelb: nur Swiss4Net verf&#xFC;gbar).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"964\" height=\"712\" src=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/FTTH.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4390\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/FTTH.png 964w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/FTTH-300x222.png 300w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/FTTH-768x567.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 964px) 100vw, 964px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-cyan-bluish-gray-color\">Quelle: Init7<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der alternativer Internetprovider wie Init7 ist eine solche Situation unerfreulich. Um das gesamte Marktgebiet abzudecken, sind zwei statt nur ein <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: PoP\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_7b8c0823510d1cf413f427aa0d73a8f3\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/point-of-presence-pop\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">PoP<\/a> am Standort erforderlich, um wirklich alle potenziellen Kunden am Ort bedienen zu k&#xF6;nnen. Dies bedeutet h&#xF6;here Investitionen und gr&#xF6;ssere Betriebskosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch aus Sicht der Mieter oder Firmen ist die Situation unsinnig: H&#xE4;ufig werden einfach zweimal OTOs installiert, so wie in Siggenthal &#x2013; von Swiss4Net und von Swisscom:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"933\" src=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/DEZ-NL.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4478\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/DEZ-NL.png 700w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/DEZ-NL-225x300.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-cyan-bluish-gray-color\">Quelle: Init7<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee des Gesetzgebers war es, mit Artikel 35b FMG eine solche Situation zu vermeiden. Der erste Provider muss die vorhandene Verkabelung im Geb&#xE4;ude dem zweiten (oder dritten&#x2026;) Konkurrenten zur Mitnutzung &#x2013; gegebenenfalls gegen Entgelt &#x2013; &#xFC;berlassen. Doch Swiss4Net und Swisscom konnten sich weder &#xFC;ber den Preis noch &#xFC;ber die Modalit&#xE4;ten einigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Swisscom er&#xF6;ffnet ein Verfahren gegen Swiss4Net<\/h3>\n\n\n\n<p>Swisscom hat deshalb beim Regulator, der ComCom, ein sogenanntes Zugangsgesuch eingereicht, wonach per Verf&#xFC;gung die Swiss4Net die von ihr gebauten OTOs zur Mitnutzung zu verpflichten sei. Swiss4Net jedoch ist der Ansicht, dass der Gesetzgeber eine bewusste L&#xFC;cke im Fernmeldegesetz gelassen hatte (sogenanntes qualifiziertes Schweigen), denn Swiss4Net sei weder Fernmeldedienst-Anbieterin noch Liegenschaftsbesitzerin, sondern eine Erstellerin von Glasfaser-Infrastruktur, die in der Aufz&#xE4;hlung im Artikel 35b Absatz 2 FMG nicht erw&#xE4;hnt ist. Das Verfahren l&#xE4;uft seit Ende 2023, seither streiten sich die Juristen &#xFC;ber den Sinn und Zweck des Artikels 35b. Der Regulator, die ComCom, und auch die zweite Instanz, das Bundesverwaltungsgericht (BVGER), stellen sich im <a href=\"https:\/\/bvger.weblaw.ch\/pdf\/A-702-2024_2025-10-13_fa233f4b-87bc-41ce-b2fb-e7cd1acfd170.pdf\">Urteil vom 13. Oktober 2025<\/a> auf die Seite der Swisscom (Beschwerdegegnerin). Die Swiss4Net-Gruppe (Beschwerdef&#xFC;hrerin) hat das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen, bis dar&#xFC;ber Klarheit herrscht, d&#xFC;rfte es also noch eine Weile dauern.<br>Angenommen, Swisscom w&#xFC;rde auch vor Bundesgericht obsiegen, geht das R&#xF6;sslispiel nochmals von vorne los. Swiss4Net w&#xFC;rde dann n&#xE4;mlich verpflichtet, binnen sechs Monaten der Swisscom ein Angebot zur Mitnutzung von Verkabelungen und OTOs abzugeben. Dass dieses vermutlich nicht im von Swisscom gew&#xFC;nschten Preisrahmen sein wird, braucht nicht viel Fantasie. Der neuerliche Gang durch die Instanzen ist daher fast unvermeidlich.<br>Die Zeit arbeitet somit f&#xFC;r Swiss4Net, denn solange Swisscom keinen Zugang zu den bestehenden OTOs hat, ist eine doppelte Erschliessung nur schwer zu rechtfertigen und zu erkl&#xE4;ren und verursacht zus&#xE4;tzliche Kosten. Im Sinne des Gesetzgebers ist dieser Streit sicherlich nicht, da dieser gerade teure Doppelspurigkeiten vermeiden wollte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Streitgegenstand, aber unterschiedliche Zust&#xE4;ndigkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Unsch&#xF6;n am Artikel 35b FMG ist zudem, dass der Gesetzgeber f&#xFC;r allf&#xE4;llige Streitigkeiten nicht ausschliesslich der ComCom zugewiesen hat. Der Regulator ist nur f&#xFC;r Streitigkeiten zwischen FDA zust&#xE4;ndig, also beispielsweise, wenn Sunrise in einem Geb&#xE4;ude die von Swisscom gebauten OTOs mit einem eigenen Glasfaserkabel anschliessen will, Swisscom dies aber verhindern m&#xF6;chte. Ein solcher Fall ist zum Gl&#xFC;ck hypothetisch, man hat sich in der Industrie &#xFC;ber das Vorgehen geeinigt.<br><br>Bei renitenten Liegenschaftenbesitzer:innen sieht die Sachlage anders aus, weil die ComCom nicht zust&#xE4;ndig ist. In Neubauten werden die OTOs und die Verkabelung von der Bauherrschaft finanziert (sogenannte Neubauklausel, siehe weiter unten). Wenn diese der Meinung ist, Sunrise komme nicht ins Haus, weil ihr die Firma nicht passt und so die Provider-Wahl f&#xFC;r ihre Mieter:innen beschr&#xE4;nkt, dann ist das eine Sache f&#xFC;rs Zivilgericht. Bisher gibt es unseres Wissens noch kein Verfahren &#x2013; leider, ist man versucht zu sagen. Ein Pr&#xE4;judiz-Urteil w&#xE4;re je nachdem hilfreich, wenn man als FDA mit institutionellen Liegenschafteneigent&#xFC;mer:innen verhandelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Rentabilit&#xE4;t einer eigenen Glasfaser-Erschliessung<\/h3>\n\n\n\n<p>Als alternative FDA ist die eigene Erschliessung in Geb&#xE4;uden mit vielen Wohnungen n&#xE4;mlich durchaus lukrativ. In vielen St&#xE4;dten und Agglomerationsgemeinden sind Hochh&#xE4;user und Gross&#xFC;berbauungen mit hunderten von Wohnungen bereits erstellt oder im Bau, wie der <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/hochhaeuser-zuerich-wo-neue-100-meter-tuerme-entstehen-131070029828\">Tages-Anzeiger<\/a> j&#xFC;ngst berichtete (Paywall). Eine FDA kann schnell ausrechnen, bei wieviel Marktanteil ein eigenes Kabel oder ein Mini-PoP zur Erschliessung rentiert. Denn mit der eigenen Erschliessung entf&#xE4;llt die Miete der Zuleitung pro Kunde &#x2013; bei <a href=\"https:\/\/www.swisscom.ch\/de\/business\/wholesale\/angebot\/anschluesse\/access-line-optical.html\">ALO<\/a> sind dies aktuell CHF 24 pro Monat.<br>Angenommen, eine FDA hat in einer 500er-&#xDC;berbauung einen Marktanteil von 7%, entspricht dies 35 Kunden. 35 * CHF 24 pro Monat &#x2243; CHF 10&#x2019;000 pro Jahr. Ein eigenes Kabel zu bauen kostet je nach L&#xE4;nge und Gegebenheit (Annahme: 500 Meter bis zum n&#xE4;chsten PoP) etwa CHF 25&#x2019;000 einmalig sowie etwa CHF 100 pro Monat (Rohrmiete <a href=\"https:\/\/www.swisscom.ch\/de\/business\/wholesale\/angebot\/infrastruktur\/kabelkanalisation.html\">KK-FMG<\/a>). Nach 44 Monaten (3 Jahre und 8 Monate) Betriebsdauer hat man den Break Even mit dem eigenen Kabel erreicht. Stattdessen kann die FDA nat&#xFC;rlich auch einen Mini-PoP im Technikraum der &#xDC;berbauung installieren und eine Zuleitung von einer anderen FDA mieten, was die Rendite-Rechnung je nachdem zum Positiven ver&#xE4;ndert.<br><br>Dieses Ansinnen kalkuliert sich nur dann gewinnbringend, wenn die FDA auf bestehende OTOs aufschalten kann. In Neubauten werden diese von der Bauherrschaft finanziert, denn man geht davon aus, dass diese seinen Mietern eine Telekommunikations-Verkabelung zur Verf&#xFC;gung stellen muss. Fr&#xFC;her war dies der Anschluss ans Telefonnetz und ans Kabelfernsehen, heute baut man stattdessen nat&#xFC;rlich <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: FTTH\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_2a437c37521c272a045b4efa48344745\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/ftth\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">FTTH<\/a> Glasfaser. Diese Praxis entspricht der sogenannten &#xAB;Neubau-Klausel&#xBB;. Eine FDA hat gem&#xE4;ss Artikel 35b FMG, Anrecht auf die Mitnutzung der Verkabelung und OTOs und muss f&#xFC;r deren Nutzung keine Geb&#xFC;hr an den Eigent&#xFC;mer entrichten, denn dieser wird bereits durch seine Mieter abgegolten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">FTTH-Tipps f&#xFC;r die Bauherrschaft<\/h3>\n\n\n\n<p><em>K&#xFC;rzlich erreichte uns folgende Anfrage einer Liegenschaften-Verwaltung:<\/em><br><em><br>Wie funktioniert das eigentlich mit der Glasfasererschliessung bei Neubauten (Mehrfamilienh&#xE4;user)? Mal meldet sich UPC, mal meldet sich Swisscom\/Axians und am Schluss schliesst man als Baufirma oder Eigent&#xFC;mer mit irgendeiner Firma einen Vertrag ab, damit man Glasfaser im Haus hat. Teilen diese Firmen die Projekte unter sich auf oder l&#xE4;uft es mehr nach dem Motto &#xAB;de schneller isch de gschwinder&#xBB;? Was ist konkret der Unterschied, ob ich jetzt den Vertrag mit UPC oder Swisscom mache? Sie sind ja selbstverst&#xE4;ndlich nicht neutral, aber wenn Sie jetzt einen Neubau erstellen w&#xFC;rden, wie w&#xFC;rden Sie die Glasfasererschliessung regeln? W&#xFC;rden Sie mit mehreren Firmen Vertr&#xE4;ge abschliessen? Mit mindestens einer Firma sollte man ja einen Vertrag machen, da dies gegen&#xFC;ber den Mietern geschuldet ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Artikel 35b FMG beantwortet diese Fragen ziemlich gut. Wie bereits erw&#xE4;hnt, finanziert die Bauherrschaft aufgrund der Neubauklausel die Verkabelung zwischen Technikraum und den Wohnungen (OTOs). Dazu wird im Technikraum ein oder mehrere BEPs (Building Entry Points) installiert sowie ein 4-fasriges Kabel zur jeweiligen OTO in der Wohnung gezogen. Um sp&#xE4;tere Umtriebe (Zugang zu den Mieterwohnungen) zu vermeiden, ist es empfehlenswert, alle 4 Fasern der OTO zu spleissen und mit Stecker zu versehen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1536\" src=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4523\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2.jpg 2048w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/BEP-2-1300x975.jpg 1300w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-cyan-bluish-gray-color\">Quelle: Init7<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Jede OTO ist dann mit allen vier Fasern im BEP auf einer Kassette verf&#xFC;gbar. Eine FDA hat nun, gem&#xE4;ss Artikel 35b FMG, das Recht, eine Faser f&#xFC;r sich zu beanspruchen. Swisscom bekommt normalerweise Faser 2, Sunrise Faser 4. Die Faser 1 wird h&#xE4;ufig vom lokalen Energieversorger beschaltet, Faser 3 steht weiteren Interessenten zur Verf&#xFC;gung. Die Nummerierung der OTOs (B.xxx.xxx.xxx.y) nimmt &#xFC;blicherweise die erste FDA vor, die das Haus erschliesst. Bei Swisscom sind das B.110\/B.111\/B.112er OTOs, bei Sunrise B.278, bei Init7 B.377 &#x2013; das Schema der OTO-IDs haben wir im Blog <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/die-systematik-hinter-der-oto-id\/\">&#xAB;Die Systematik hinter der OTO-ID&#xBB;<\/a> erkl&#xE4;rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also f&#xFC;r die Bauherrschaft ratsam, mehr als einen Vertrag abzuschliessen, um eine maximale Auswahl f&#xFC;r die Mieterschaft zu erm&#xF6;glichen. Selbstredend darf ein Vertrag keine Exklusivit&#xE4;tsklausel enthalten; indes w&#xE4;re eine solche sowieso nichtig, denn es gilt Artikel 35b FMG. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Bauherrschaft sogar verpflichtet ist, nicht-diskriminierende Vertr&#xE4;ge mit allen FDA abzuschliessen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicht erst im letzten Moment an Glasfaser denken<\/h3>\n\n\n\n<p>Sinnvoll f&#xFC;rs Bauprojekt ist nat&#xFC;rlich, wenn die Bauherrschaft rechtzeitig interessierte FDAs zur Erschliessung einl&#xE4;dt. Daf&#xFC;r braucht es wenig: Adresse und\/oder Parzelle, geplante Erschliessungsrohre, vorgesehene <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Nutzungseinheit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_7de737bd8c66c07a6388544310cbb279\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/nutzungseinheit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Nutzungseinheiten<\/a> (Wohnungen, Gewerber&#xE4;ume) sowie der voraussichtliche Erstbezug. Rechtzeitig bedeutet selbstredend, bevor die Baugrube wieder zugesch&#xFC;ttet wird, denn je nachdem m&#xF6;chte eine FDA ein eigenes Rohr f&#xFC;r die Zuleitung verlegen. Je gr&#xF6;sser eine &#xDC;berbauung, desto interessanter ist sie f&#xFC;r mehrere FDA.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat&#xFC;rlich gibt es die M&#xF6;glichkeit f&#xFC;r Bauherrschaften, sich unabh&#xE4;ngig beraten zu lassen, denn Erschliessungsvertr&#xE4;ge sind meistens recht kompliziert. Eine Firma, die sich auf die Beratung von institutionellen Liegenschaftenentwicklern spezialisiert hat, ist <a href=\"https:\/\/strukturwerk.ch\/\">Strukturwerk<\/a> aus Winterthur. So oder so ist es sinnvoll, wenn man sich umh&#xF6;rt und die Empfehlungen immer aus der Optik des Empfehlenden betrachtet. Eine FDA hat ein kommerzielles Interesse, ihre Internet-Abos m&#xF6;glichst kosteng&#xFC;nstig zu produzieren. Die Mieterschaft hingegen m&#xF6;chte eine m&#xF6;glichst grosse Auswahl an qualitativ guten Breitbandanschl&#xFC;ssen zum g&#xFC;nstigen Preis. Dies ist auch das Ansinnen des Gesetzgebers, und deshalb nimmt er FDAs wie Liegenschafteneigent&#xFC;mer:innen in die Pflicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">FTTH on Demand &#x2013; f&#xFC;r H&#xE4;usle-Besitzer:innen<\/h3>\n\n\n\n<p>Bleibt die Frage f&#xFC;r Menschen mit Einfamilienhaus, die seit Jahren auf Glasfaser warten, aber leider in einer Ortschaft wohnen, die von Swisscom oder anderen Netzbetreibern bisher geflissentlich &#xFC;bersehen wird. Also f&#xFC;r die weissen Flecken auf der <a href=\"https:\/\/ftth.init7.net\/\">Glasfaser-Karte<\/a>. Manchmal &#x2013; nicht immer &#x2013; kann man den Ausbau mit ein paar tausend Franken beschleunigen. Das Programm von Swisscom nennt sich <a href=\"https:\/\/www.swisscom.ch\/de\/about\/netz\/anschluss\/ftthondemand.html\">&#xAB;FTTH on Demand&#xBB;<\/a> und kostet etwa CHF 6&#x2019;500 f&#xFC;r ein Einfamilienhaus oder CHF 10&#x2019;000 f&#xFC;r ein Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen (Richtpreise, ohne Gew&#xE4;hr, abh&#xE4;ngig von den &#xF6;rtlichen Gegebenheiten). FTTH on Demand verlangt nicht, dass man nach Erstellung des Anschlusses ein Abonnement mit Swisscom abschliessen muss. Als FTTH on Demand Kunde hat man so oder so die freie Wahl des Providers. Ebenso werden <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: FTTH\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_2a437c37521c272a045b4efa48344745\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/ftth\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">FTTH<\/a> on Demand Anschl&#xFC;sse in der <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/p2p-p2mp\/\">P2P (Point to Point) Netztopologie<\/a> gebaut, die dank dem gewonnenen <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/die-glasfaserstreit-geschichte\/\">Glasfaserstreit<\/a> &#xFC;berall verpflichtend vorgeschrieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie Fragen zur FTTH-Erschliessung in &#xDC;berbauungen? Dann schreiben Sie bitte an support@init7.net und er&#xF6;ffnen Sie ein Ticket. Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung einige Tage in Anspruch nehmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit inzwischen \u00fcber 15 Jahren werden in der Schweiz Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4user mit FTTH-Glasfaser erschlossen, und mittlerweile \u2013 nach anf\u00e4nglicher Skepsis bei manchen Eigent\u00fcmer:innen \u2013 hat sich die generelle \u00dcberzeugung durchgesetzt, dass FTTH f\u00fcr Mieter:innen kein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit ist. Eine Liegenschaft mit FTTH ist schlicht mehr wert als eine ohne.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4477,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,6],"tags":[826,825,190,822,824,823],"class_list":["post-4385","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-technik","tag-fda","tag-fmg","tag-ftth","tag-glasfaserbau","tag-liegenschaft","tag-liegenschaftbesitzer"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4385"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4532,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4385\/revisions\/4532"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}