{"id":2819,"date":"2023-07-17T13:30:58","date_gmt":"2023-07-17T11:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.init7.net\/?p=2819"},"modified":"2025-08-14T16:14:31","modified_gmt":"2025-08-14T14:14:31","slug":"hochbreitbandstrategie-glasfaser-ausbau-soll-finanziell-unterstuetzt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/hochbreitbandstrategie-glasfaser-ausbau-soll-finanziell-unterstuetzt-werden\/","title":{"rendered":"Hochbreitbandstrategie: Glasfaser-Ausbau soll finanziell unterst\u00fctzt werden"},"content":{"rendered":"<section id=\"res-cat-date-block_c7cf6a522f732075079f81b2a3dc0050\" class=\"res-block res-cat-date py-2\" style=\"background: transparent;\">&#13;\n\t<div class=\"inner-container container-off\" data-aos=\"res-fadeIn\">&#13;\n&#13;\n\t\t<div class=\"the_category_content\">&#13;\n\t\t\t<div class=\"the_category\"><ul class=\"post-categories\">\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/allgemein\/\" rel=\"category tag\">Allgemein<\/a><\/li>\n\t<li><a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/story\/markt-politik\/\" rel=\"category tag\">Markt &amp; Politik<\/a><\/li><\/ul><\/div> <span class=\"d-none d-sm-block\">|<\/span> <div class=\"the_date\">17.07.2023<\/div><div class=\"the_change_date ml-sm-auto\">zuletzt aktualisiert am 14.08.2025<\/div>&#13;\n&#13;\n\t<\/div>&#13;\n\t  &#13;\n\t<\/div>&#13;\n<\/section>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"uberwachung-im-internet-wen-durfen-die-behorden-wann-uberwachen-transparenzbericht-2021\">Hochbreitbandstrategie: Glasfaser-Ausbau soll finanziell unterst&#xFC;tzt werden<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><strong>Eine zeitgem&#xE4;sse Internet-Infrastruktur muss auch dort sichergestellt werden, wo sich der Netzausbau f&#xFC;r die Betreiber wirtschaftlich nicht lohnt. Dazu hat der Bundesrat <strong>als Antwort auf ein Postulat aus dem Nationalrat<\/strong><\/strong> <strong>eine &#xAB;Hochbreitbandstrategie&#xBB; erarbeitet, das den Einsatz von F&#xF6;rdergeldern f&#xFC;r den Glasfaser-Ausbau vorsieht. Der Bericht beruht auf einer Expertise des renommierten <a href=\"https:\/\/www.wik.org\/\">WIK (Wissenschaftliches Institut f&#xFC;r Infrastruktur und Kommunikationsdienste)<\/a> und zeigt verschiedene Optionen zur Finanzierung und Umsetzung des F&#xF6;rderprogramms.<mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-amber-color\"><\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Internetnutzung hat in den letzten 20 Jahren massiv zugenommen. Und mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem vermehrten Einsatz von Anwendungen wie Cloud-Diensten, k&#xFC;nstlicher Intelligenz oder virtueller Realit&#xE4;t wird der Bedarf an hohen Internetbandbreiten weiter steigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bereits &#xFC;ber 80 Prozent der <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Nutzungseinheit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_7de737bd8c66c07a6388544310cbb279\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/nutzungseinheit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Nutzungseinheiten<\/a> (Wohnungen, Gesch&#xE4;fte etc.) in der Schweiz verf&#xFC;gen &#xFC;ber einen Internetanschluss, der Geschwindigkeiten von mindestens 1 <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Gbit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_eb3b2d432a66becbb784d79ccf3aac80\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/gigabit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Gbit<\/a>\/s erm&#xF6;glicht. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch in 80 Prozent aller Geb&#xE4;ude mindestens 1 Gbit\/s m&#xF6;glich sind. Die 80 Prozent der Nutzungseinheiten verteilen sich auf lediglich 48 Prozent aller Geb&#xE4;ude. Das heisst: Um die restlichen 20 Prozent aller Nutzungseinheiten mit 1 Gbit\/s auszustatten, m&#xFC;ssen noch 52 Prozent aller Geb&#xE4;ude erschlossen werden. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">L&#xE4;ndliche Gebiete haben das Nachsehen <\/h2>\n\n\n\n<p>Gebiete, in denen die Wohnungen und Gesch&#xE4;fte nicht mit einem leistungsf&#xE4;higen Breitbandnetz erschlossen sind, drohen im Zuge der Digitalisierung abgeh&#xE4;ngt zu werden. Sie w&#xFC;rden sowohl als Wohnort als auch als Unternehmensstandort unattraktiv. Diese Gebiete sind darauf angewiesen, dass die Netzbetreiber ihr Netz ausbauen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem dabei: Die Netzbetreiber bauen ihr Netz nur dort aus, wo es rentabel ist. In d&#xFC;nn besiedelten Gebieten ist dies oftmals nicht der Fall, weil weniger <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Nutzungseinheit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_7de737bd8c66c07a6388544310cbb279\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/nutzungseinheit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Nutzungseinheiten<\/a> erschlossen und somit weniger Anschl&#xFC;sse verkauft werden k&#xF6;nnen. Aus diesem Grund sieht der Bundesrat ein F&#xF6;rderprogramm vor, das den Netzausbau auch in unrentablen Gebieten erm&#xF6;glichen und einen digitalen Stadt-Land-Graben verhindern soll.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das F&#xF6;rderprogramm im Detail<\/h2>\n\n\n\n<p>Das F&#xF6;rderprogramm des Bundes soll den Netzausbau dort unterst&#xFC;tzen, wo private Investitionen nachweislich nicht rentabel sind und nicht bereits eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 1 <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: Gbit\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_eb3b2d432a66becbb784d79ccf3aac80\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/gigabit\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Gbit<\/a>\/s verf&#xFC;gbar ist. Der Netzausbau soll dabei soweit m&#xF6;glich mittels Glasfaser (P2P-Netztopologie) erfolgen. Es werden nur sogenannte passive Infrastrukturen (Kabelkan&#xE4;le, Glasfasern etc.; <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: OSI Layer 1\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_327d60c76ce6387b3e3210fe3998390a\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/osi-layer-1\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Layer 1<\/a> im <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: OSI-Modell\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_da00f8b5a1248272d22441441d4a7b69\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/osi-modell\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">OSI-Modell<\/a>) mitfinanziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit private Investitionen der Netzbetreiber durch das F&#xF6;rderprogramm nicht verdr&#xE4;ngt werden, soll mittels eines Markterkundungsverfahrens eruiert werden, welche Gebiete f&#xF6;rderberechtigt sind. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">CHF 1.4 Mia. F&#xF6;rdergelder <\/h3>\n\n\n\n<p>Der Investitionsbedarf f&#xFC;r den schweizweiten Ausbau auf 1 Gbit\/s h&#xE4;ngt vom angewandten Ausbaustandard ab. Gem&#xE4;ss Bundesrat muss das Netz im <strong>P2P-1-Faser-Modell <\/strong>ausgebaut werden. Im Gegensatz zur P2MP-Netztopologie erh&#xE4;lt im P2P-Modell jeder Kunde eine eigene Glasfaser von der <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: PoP\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_7b8c0823510d1cf413f427aa0d73a8f3\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/point-of-presence-pop\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Anschlusszentrale<\/a> (<a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: PoP\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_7b8c0823510d1cf413f427aa0d73a8f3\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/point-of-presence-pop\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">PoP<\/a>) bis in die Wohnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zum P2MP-1-Faser-Modell werden f&#xFC;r das P2P-Modell zwar zus&#xE4;tzlich CHF 400 Mio. ben&#xF6;tigt, doch nur so kann der faire Wettbewerb zwischen den Providern sichergestellt werden. Der Bund bezieht sich in seinem Bericht auch auf den diesbez&#xFC;glichen Glasfaserstreit zwischen Swisscom und Init7 und das laufende WEKO-Verfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das 4-Faser-Modell sieht vor, dass von der Anschlusszentrale zu jedem Kunden 4 Glasfasern f&#xFC;hren. Dadurch haben 4 Provider gleichzeitig Zugang zum Kunden. Beim 1-Faser-Modell hat zwar nur ein Provider Zugang zum Kunden, doch die Faser kann in der Anschlusszentrale vom einen zum anderen Provider umgesteckt werden. Der Wettbewerb zwischen den Providern bleibt somit gew&#xE4;hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die notwendigen Investitionen und somit auch die H&#xF6;he der ben&#xF6;tigten F&#xF6;rdergelder beim 1-Faser-Modell viel tiefer ausfallen als beim 4-Faser-Modell, spricht sich der Bundesrat klar f&#xFC;r das 1-Faser-Modell aus. Die zus&#xE4;tzlich ben&#xF6;tigten F&#xF6;rdergelder von rund CHF 2.4 Mia. f&#xFC;r das 4-Faser-Modell seien nicht zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"563\" height=\"209\" src=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Investitionen-nach-Ausbauszenario.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2835\" srcset=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Investitionen-nach-Ausbauszenario.png 563w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Investitionen-nach-Ausbauszenario-300x111.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-cyan-bluish-gray-color\">Total notwendige Investitionen und Anteil notwendiger F&#xF6;rdergelder pro Ausbauszenario; Quelle: &#xAB;Bericht Hochbreitbandstrategie des Bundes&#xBB;<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wer bezahlt, ist noch unklar<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Bundesrat sieht verschiedene Finanzierungsm&#xF6;glichkeiten f&#xFC;r das F&#xF6;rderprogramm. Im Vordergrund stehen dabei Beitr&#xE4;ge aus dem <strong>ordentlichen Bundesbudget<\/strong> sowie nicht budgetierte Einnahmen aus <strong>Mobilfunkkonzessionen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Rechte f&#xFC;r die Mobilfunkfrequenzen werden jeweils in Auktionen versteigert. Die Erl&#xF6;se gehen zugunsten der Eidgenossenschaft. Die Erl&#xF6;se der letzten Auktionen in den Jahren 2012 und 2019 wurden vorwiegend f&#xFC;r die Schuldentilgung verwendet und entsprechen ungef&#xE4;hr den f&#xFC;r das F&#xF6;rderprogramm ben&#xF6;tigten CHF 1.4 Mia. Die n&#xE4;chsten Auktionen finden in den Jahren 2028 und 2034 statt. Es w&#xE4;re m&#xF6;glich, die Erl&#xF6;se an das F&#xF6;rderprogramm zu binden und so die Hochbreitbandstrategie zu finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese L&#xF6;sung h&#xE4;tte den Vorteil, dass Geld aus der Telekombranche wieder in die Telekombranche fliesst. Allerdings ist ungewiss, wie hoch die Erl&#xF6;se aus den Konzessionen sein werden. Das Ausbauziel m&#xFC;sste daher den zur Verf&#xFC;gung stehenden Mitteln angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>W&#xFC;rde das Programm &#xFC;ber den Budeshaushalt finanziert, w&#xFC;rde zwar die angespannte Finanzlage des Bundes versch&#xE4;rft, aber der Bundesrat sch&#xE4;tzt, dass diese Variante breitere Akzeptanz in der Bev&#xF6;lkerung finden k&#xF6;nnte, weil eine politische Auseinandersetzung stattfinden w&#xFC;rde.<mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr der Vollst&#xE4;ndigkeit halber wird auch eine Art &#xAB;Breitband-Steuer&#xBB;, also quasi ein Solidarit&#xE4;tsbeitrag der Glasfaser-Kunden in Erw&#xE4;gung gezogen, aber gleich wieder verworfen, weil politisch kaum durchsetzbar. Die zu erzielenden Einnahmen w&#xE4;ren indes auch viel zu klein, als dass der Finanzierungsbedarf von CHF 1.4 Mia. innert n&#xFC;tzlicher Zeit erreicht werden k&#xF6;nnte. Erh&#xF6;be man f&#xFC;r die etwa 1.5 Mio. bestehenden FTTH-Abonnemente w&#xE4;hrend 7 Jahren einen Zweifr&#xE4;nkler &#xAB;Glasfaser-Solidarit&#xE4;t&#xBB;, k&#xE4;men bloss etwa CHF 250 Mio. zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w&#xE4;re zudem denkbar, dass sich die betroffenen Kantone und Gemeinden an der Finanzierung beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F&#xF6;rdermodelle<\/h3>\n\n\n\n<p>F&#xFC;r die Ausgestaltung des F&#xF6;rderprogramms kommen grunds&#xE4;tzlich zwei unterschiedliche F&#xF6;rdermodelle in Frage: Das <strong>Wirtschaftlichkeitsl&#xFC;ckenmodell<\/strong> und das <strong>Betreibermodell<\/strong>. Dabei ist es auch m&#xF6;glich, dass beide Modelle zum Einsatz kommen und sich gegenseitig erg&#xE4;nzen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaftlichkeitsl&#xFC;ckenmodell<\/h4>\n\n\n\n<p>Bei diesem Modell werden f&#xF6;rderberechtigte Projekte wettbewerblich ausgeschrieben. Private Unternehmen k&#xF6;nnen sich f&#xFC;r das Projekt bewerben, indem sie ein Angebot &#xFC;ber die H&#xF6;he der ben&#xF6;tigten F&#xF6;rdergelder abgeben. So wird sichergestellt, dass keine zu hohen F&#xF6;rderbeitr&#xE4;ge bezahlt werden und die Projektvergabe verl&#xE4;uft transparent und nichtdiskriminierend. Eigent&#xFC;mer des gebauten Netzes ist das Unternehmen, das den Projektzuschlag erh&#xE4;lt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Betreibermodell<\/h4>\n\n\n\n<p>Beim Betreibermodell wird das Netz nicht von einem privaten Unternehmen, sondern von einer Gemeinde, einem Gemeindeverbund oder einem kommunalen Unternehmen gebaut. Die Projekte werden nicht ausgeschrieben, doch die erwarteten Ausgaben und Einnahmen m&#xFC;ssen deklariert werden und es muss dargelegt werden, dass ein Bedarf an F&#xF6;rdergeldern existiert. Eigent&#xFC;mer des Netzes ist anschliessend die Gemeinde, der Gemeindeverbund resp. das kommunale Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der kommunale Eigent&#xFC;mer wird jedoch nicht selbst auf dem Endkundenmarkt t&#xE4;tig, sondern stellt den Telekomunternehmen das Netz gegen Bezahlung zur Verf&#xFC;gung (wholesale-only). Dabei kann der Eigent&#xFC;mer das Netz selbst weitervermarkten (Gemeindebtriebsmodell) oder er kann einen anderen Netzbetreiber mit dem Betrieb und der Vermarktung beauftragen (Konzessionsmodell).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"814\" height=\"907\" src=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Foerdermodelle.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2850\" srcset=\"https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Foerdermodelle.png 814w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Foerdermodelle-269x300.png 269w, https:\/\/blog.init7.net\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Foerdermodelle-768x856.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 814px) 100vw, 814px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-cyan-bluish-gray-color\">Vorteile, Chancen und Risiken der F&#xF6;rdermodelle; Quelle: &#xAB;Bericht Hochbreitbandstrategie des Bundes&#xBB;<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kommentar: So steht Init7 zur Hochbreitbandstrategie <\/h2>\n\n\n\n<p>Um einen digitalen Stadt-Land-Graben zu vermeiden, ist es notwendig, dass auch l&#xE4;ndliche, wirtschaftlich unrentable Gebiete ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Da von den Netzbetreibern nicht erwartet werden kann, in unrentable Gebiete zu investieren, ist eine finanzielle F&#xF6;rderung unumg&#xE4;nglich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">P2P-Netztopologie<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Ausbau mittels P2P-Netztopologie ist die einzig akzeptable Netztopologie, da nur so technologische Innovationen und ein fairer Wettbewerb zwischen den Providern sichergestellt werden k&#xF6;nnen. Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/p2p-p2mp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Blog-Beitrag zu P2P und P2MP<\/a> sowie auf unserer <a href=\"https:\/\/www.init7.net\/de\/chooseyourinternet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Webseite<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist begr&#xFC;ssenswert, dass der Bundesrat die P2MP (<a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: P2MP\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_4de3ff8f4bda7cfc3f8f785785f90255\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/p2mp\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Point-to-Multipoint<\/a>) Netztopologie ausschliesst, obwohl sie gem&#xE4;ss Berechnung etwa 400 Millionen Franken g&#xFC;nstiger k&#xE4;me. Die Entscheide von WEKO, Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht im sogeannten &#xAB;Glasfaserstreit&#xBB; sprechen eine eindeutige Sprache. <br><br>Mit dem P2P-1-Faser-Modell k&#xF6;nnen alle Wettbewerber der Telekomindustrie ziemlich gut leben. Tats&#xE4;chlich sind fast allerorts die FTTH-Infrastrukturen nach dem P2P-1- oder -2-Faser-Prinzip gebaut. Dies entspricht auch dem Standard des &#xAB;Runden Tischs Glasfaser&#xBB;, der unter Federf&#xFC;hrung des BAKOM vor &#xFC;ber 10 Jahren verabschiedet worden ist und eine einzigartige Vereinheitlichung der FTTH-Ausbauten aller Akteure erm&#xF6;glichte. Es gibt keinen Grund, in gef&#xF6;rderten Gebieten von diesem Standard abzuweichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Finanzierung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Finanzierung &#xFC;ber Mobilfunkkonzessionen beruht auf dem Prinzip Hoffnung: Es ist unklar, wie hoch die Einnahmen aus den Konzessionen sein werden. Betragen sie weniger als die ben&#xF6;tigten CHF 1.4 Mia., entstehen Finanzierungsl&#xFC;cken und der Ausbau verz&#xF6;gert sich. Man sollte das Fell des B&#xE4;ren nicht verteilen, bevor dieser erlegt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Finanzierung aus der Bundeskasse scheint uns die sinnvollste L&#xF6;sung. Schliesslich hat der Bund seit der Telekom-Liberalisierung 1998 Jahr f&#xFC;r Jahr Swisscom-Dividenden einkassiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle anderen Vorschl&#xE4;ge zur Finanzierung sind untauglich: Den Vorschlag einer &#xAB;Breitbandsteuer&#xBB; wischt der Bundesrat quasi selber vom Tisch und die subsidi&#xE4;re F&#xF6;rderung durch Kantone und Gemeinden scheint auch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn die Glasfaser-Versorgung bliebe damit beim heutigen Flickenteppich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F&#xF6;rdermodell<\/h3>\n\n\n\n<p>Ordnungspolitisch w&#xE4;re das Betreibermodell korrekter als das Wirtschaftlichkeitsl&#xFC;ckenmodell. Es w&#xE4;re aber auch um ein Vielfaches komplizierter. Unsere Erfahrung zeigt, dass die kantonalen und kommunalen Energieversorgungsunternehmen teilweise sehr individuelle Vorstellungen und Anforderungen an ihr Glasfasernetz haben. Der Ausbau ist daher oft sehr umst&#xE4;ndlich. Aus diesem Grund erachten wir das Wirtschaftlichkeitsl&#xFC;ckenmodell als sinnvoller.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr noch: um einen m&#xF6;glichst effizienten Einsatz der F&#xF6;rdergelder zu gew&#xE4;hrleisten, w&#xE4;re es aus unserer Sicht am effektivsten, wenn Swisscom das F&#xF6;rdergeld allein erhielte. <br><br>Daf&#xFC;r spricht, dass Swisscom mit ihrer Tochterunternehmung Cablex &#xFC;ber eine gut ge&#xF6;lte Maschinerie mit Know-how und Erfahrung verf&#xFC;gt, die in der Lage ist, 300&#x2019;000 FTTH-Anschl&#xFC;sse pro Jahr zu realisieren. Zudem k&#xF6;nnten Skaleneffekte genutzt werden. Alternative Provider profitierten von der Einheitlichkeit der Zug&#xE4;nglichkeit und k&#xF6;nnten sehr schnell konkurrierende Endkunden-Angebote schaffen. <br><br>Hingegen br&#xE4;uchte jedes individuelle F&#xF6;rderprojekt nach dem Betreibermodell ganz viel Planungsarbeit und unz&#xE4;hlige Stunden an Koordinationssitzungen, bis nur ein erster Kabelrohr-Graben ausgehoben ist. Auch aus Sicht der Wettbewerber sind kleine individuelle Netze kompliziert, weil &#xFC;berall neu verhandelt werden muss. F&#xFC;r Provider mit geringem Marktanteil rechnet sich der Aufwand h&#xE4;ufig nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>W&#xFC;rde Swisscom alleine die CHF 1.4 Mia. F&#xF6;rdergelder erhalten, m&#xFC;sste dies nat&#xFC;rlich mit gewissen Auflagen verbunden sein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Leistungsauftrag: z.B. bis 2033 verf&#xFC;gen 99% der Bev&#xF6;lkerung &#xFC;ber <a class=\"glossaryLink\" title=\"Glossar: FTTH\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"cmtt_2a437c37521c272a045b4efa48344745\" href=\"https:\/\/blog.init7.net\/de\/glossar\/ftth\/\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">FTTH<\/a>, 2037 sind es 100%<\/li>\n\n\n\n<li>Einheitliche P2P-Netztopologie im 1- oder 2-Faser-Modell ohne Kompromisse<\/li>\n\n\n\n<li>Regulierung: die FTTH-Glasfaser m&#xFC;sste schweizweit reguliert werden, damit sich der vom Gesetzgeber gew&#xFC;nschte Telekom-Wettbewerb f&#xFC;r alle Anbieter fair gestaltet<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\"><strong>Regulierung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Regulierung der Telekom-Infrastruktur k&#xE4;me selbstverst&#xE4;ndlich nicht nur den gef&#xF6;rderten Randregionen zu Gute, sondern der gesamten Volkswirtschaft. Dieser Aspekt fehlt in der insgesamt doch recht ausgewogenen Hochbreitbandstrategie des Bundes. <\/p>\n\n\n\n<p>Es zeigt sich erneut die Zwickm&#xFC;hle, in der sich der Bundesrat befindet: Einerseits muss die Rendite-Erwartung des Bundes als 51%-Mehrheitsaktion&#xE4;r von Swisscom in Form einer zuverl&#xE4;ssig wiederkehrenden, stehts gleich hohen Dividende befriedigt werden; andererseits sollte er als Gesetzgeber und Regulator die Interessen der Schweizer Bev&#xF6;lkerung und Volkswirtschaft durch eine Service-Public Breitband-Versorgung wahrnehmen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Kritik, die 1998 beschlossene Telekom-Liberalisierung sei nur halbherzig erfolgt und deshalb in grossen Teilen gescheitert, bleibt berechtigt und wird wohl auch nicht so schnell verstummen. Mit der nun vorliegenden Hochbreitbandstrategie hat es der Bundesrat in der Hand, wenigstens einige Fehler der Telekom-Liberalisierung vor 25 Jahren zu korrigieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weiterf&#xFC;hrende Informationen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hochbreitbandstrategie des Bundes: <a href=\"https:\/\/www.bakom.admin.ch\/de\/gigabitstrategie-des-bundes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bakom.admin.ch\/bakom\/de\/home\/das-bakom\/organisation\/rechtliche-grundlagen\/bundesratsgeschaefte\/hochbreitbandnetz_schweiz.html<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Postulat: <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20213461\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20213461<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem \u00abBericht Hochbreitbandstrategie\u00bb erl\u00e4utert der Bundesrat verschiedene Optionen zur Sicherstellung des Glasfaser-Ausbaus in unrentablen Gebieten. Wir fassen das Wichtigste zusammen und beurteilen die Optionen aus Sicht eines Providers. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2877,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[167,166,169,165,164,168],"class_list":["post-2819","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-markt-politik","tag-betreibermodell","tag-bundesrat-glasfaser","tag-foerderung-glasfaser-ausbau","tag-glasfaser-ausbau-schweiz","tag-hochbreitbandstrategie","tag-wirtschaftlichkeitslueckenmodell"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2819"}],"version-history":[{"count":50,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2819\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4165,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2819\/revisions\/4165"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2877"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.init7.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}